Samstag, 10. März 2018 Ab Sonntag, 11. März 2018
09:30 Uhr Verbindliche Online-Beteiligung in Genossenschaften, Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit und Parteien im Vergleich

  • Aspekte: Grundsatz der Gegenseitigkeit (Mutualismus). / Zulässigkeit der Abstimmung im elektronischen Weg. / Die Online-Mitgliederversammlung ist kein Gremium, sondern eine Tagungsform. / Verbindlichkeit der Beschlussfassung im elektronischen Weg. / Kopfstimmrecht und Mehrstimmrechte. / Stimmrechts-Übertragungen. / Weiterübertragung (Transitivität) von Stimmrechten. / Repräsentativität der Mitgliederversammlungen. / Fließende Demokratie in Genossenschaften, Versicherungsvereinen und Parteien. / Vorstandskontrolle. / Paternalismus im Recht der Genossenschaften und Versicherungsvereine: Nur ein bewachtes Mitglied ist ein gutes Mitglied?
Begrüßung 10:00 Uhr
Einführung in das Themenfeld 10:10 Uhr
Strukturierte Online-Beteiligungsverfahren bei Demokratie in Bewegung (DiB): Online-Mitbestimmung für die Massen

  • Mit Bianca Praetorius.
  • Demokratie in Bewegung hat sich vorgenommen, das Konzept »politische Partei« neu zu denken und auch mal auszuprobieren.
    DiB wurde im April 2017 gegründet, stand im September 2017 auf 75 Prozent der Stimmzettel zur Bundestagswahl und ist eine wertebasierte Demokratie-Plattform in Form einer politischen Partei.
    Das Parteiprogramm ist zu 100 Prozent aus der digitalen Initiativ-Plattform Plenum entstanden: Ideen und problemlösungs-orientierte Konzepte werden eingereicht, auf Übereinstimmung mit den Partei-Werten geprüft und dann von den Parteimitgliedern und Beweger*innen (DiB-ungebundene Bürger*innen) abgestimmt.
    Durch diesen Prozess wurden über 100 Initiativen mit Forderungen von der Europa- und Friedens-Politik, bis hin zu »Hartz 4«-Reformen in Rekordzeit aus allen möglichen Teilen der Bevölkerung online eingebracht und gemeinsam abgestimmt.
    Wir wollen Euch DiB vorstellen und mit Euch auf das dahinter stehende Verfahren und den Beteiligungsprozess schauen: Zum Beispiel, wie sich unsere Anforderung, Beteiligung auch für »Nicht-Formalien-Expert*innen« inklusiv zu gestalten, auf die Gestaltung der Software ausgewirkt.
    Zu guter Letzt wollen wir einen kurzen Ausblick wagen, wie die Systeme erweitert und die Prozesse, auch im Hinblick auf die Europawahl, verbessert werden sollen.
  • Bianca Praetorius ist Mitgründerin von the red lab, einer Agentur für Digital Transformation, Fludification und Female Leadership, und Mitherausgeberin des Buchs Die Lean-Back-Perspektive. Sie ist bei Demokratie in Bewegung, weil Demokratie kein Naturgesetz ist und ihr deren zukunftsfähige, transparente und gerechte Erhaltung ein Anliegen ist. Als DiBsplainerin bereitet Praetorius die Strukturen und Ideen von DiB verständlich auf und präsentiert DiB bei Veranstaltungen und Events.
10:30 Uhr Erfahrungen mit einer Online-Beteiligungsplattform mit Fließender Demokratie für Bürger:innen in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt

  • Mit Astrid Gäbert.
  • Im Jahr 2013 beschlossen einige Mitbestimmungs-Enthusiast:innen aus Erfurt und Umgebung, Liquid Democracy auf kommunalpolitischer Ebene zu erproben. Dazu gründeten sie den Verein Demokratielabor e.V. (seinerzeit als Liquid Erfurt e.V.), der im April 2014 die Online-Beteiligungsplattform Liquid Erfurt startete. Seitdem können dort Erfurter:innen über Stadtrats-Anträge diskutieren, eigene Ideen einbringen und unverbindlich abstimmen. Der Beitrag stellt vor, was die Vereinsmitglieder in dieser Zeit über den Willen zur Beteiligung, Hürden in Politik, Verwaltung und den eigenen Köpfen sowie über Online-Beteiligungstools lernten.
  • Astrid Gäbert ist Mitglied des Vorstandes von Demokratielabor e.V., dem unter anderem Glitzerkollektiv.de sowie der Landesverband Berlin der Piratenpartei und der Kreisverband Erfurt der Piratenpartei angehören. Im Vorstand des Vereins kümmert sie sich vor allem um Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterentwicklung der Plattform. Sie hat Kommunikationswissenschaft studiert und arbeitet als Softwareentwicklerin. Deshalb interessiert sie besonders, wie Liquid Democracy verständlich erklärt und Online-Abstimmungssysteme benutzer:innen-freundlich gestaltet werden können?
Verbindliche Online-Wahlen und -Abstimmungen aus Sicht eines gewerblichen eVoting-Anbieters

  • Mit Alexander Akbik.
  • Polyas hat eine Software für Online-Wahlen entwickelt, mit denen Kunden eine Wahl im Internet aufsetzen und selbstständig durchführen können. Wolfgang Jung hat die Software 1996 entwickelt und direkt bei einer Wahl in Finnland mit 30.000 Wahlberechtigten eingesetzt. Seit 2012 ist die Polyas GmbH ein eigenständiges Unternehmen. In dieser Zeit haben mehr als 500 Institutionen mit dem Polyas-Wahlsystem online gewählt. Im Jahr 2016 wurde die Wahl-Software Polyas CORE 2.2.3 nach internationalen Common-Criteria-Standards vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert – als einziges Online-Wahlsystem der Welt. Polyas GmbH ist in den DACH-Staaten, Italien und Kanada aktiv. Der Beitrag betrachtet Aspekte des Datenschutzes und der Sicherheit bei der Duchführung geheimer Online-Wahlen und -Abstimmungen. Daneben gibt er einen Überblick über die Systemarchitektur und Ergebnisermittlung des von Polyas für Wahlen und Abstimmungen entwickelten und eingesetzten IT-Verfahrens, stellt Marktsegmente und ausgewählte Kunden des Unternehmens vor und schildert die Möglichkeiten ›hybrider‹ Abstimmungen, also der Kombination von Offline- und Online-Abstimmungen.
  • Alexander Akbik ist seit 2017 Senior Election Manager bei Polyas. In dieser Funktion unterstützt er Kunden bei der Vorbereitung ihrer Online-Wahlen. Er ist vor allem für die Segmente Hochschulen, Kommunen und politische Parteien zuständig.
11:30 Uhr Democracy Deutschland e.V.: Shape Tomorrow by Voting Today – Vom Weg, alle BundesbürgerInnen zu Bundestagsabgeordneten zu machen

  • Mit Marius Krüger.
  • Democracy Deutschland e.V. hat sich vorgenommen, eine öffentliche und allgemeinnützige Beteiligungs-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die das Funktionieren einer lebendigen Demokratie begünstigt. Indem die App Democracy viele Bundesbürgerinnen und -bürger über die aktuellen Parlamentsabstimmungen informiert und ihnen ermöglicht, strukturiert zu den offiziellen Anträgen mitzuargumentieren sowie mitabzustimmen, entsteht womöglich einer der größten anonymisierten Open-Data-Datensätze der Geschichte mit dem enormen politischen Potential, basisdemokratische Willensbildung inhaltlich wie methodisch in den öffentlichen Diskurs zu tragen. Das Konzept: Der virtuelle gibt dem echten Bundestag Feedback – oder besser gesagt: Feedforward. Alle entstehenden (app-eigenen) Ergebnisse werden dafür vor den offiziellen Bundestagsentscheidungen automatisiert der Öffentlichkeit übergeben.
  • Marius Krüger setzt sich – zusammen mit seinem Team bei Democracy Deutschland e.V. – für mehr Demokratie, ein offenes Parlament, politische Bildung und digitale Partizipation ein. Als Bachelor Logistics beschäftigte er sich in seinem bisherigen Berufsleben vor allem damit, raum-zeitliche Differenzen in Wertschöpfungsketten zu überbrücken. Mit der App Democracy überträgt Krüger dieses Wissen auf die politische Beteiligung und möchte damit nebenbei die repräsentative Demokratie wirklich repräsentativ machen. Er ist Gründer und geschäftsführender Vorstand des gemeinnützigen Trägervereins seiner Initiative Democracy Deutschland e.V..
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Fließende Demokratie in politischen Parteien – Rückblick und Ausblick

  • Mit Patrick Schiffer.
  • Der Beitrag schildert die Geschichte des Einsatzes Fließender Demokratie (Liquid Democracy) in politischen Parteien und wirft einen Blick auf künftige Entwicklungen.
  • Patrick Schiffer wurde 1973 in Eupen/Belgien geboren und wuchs im Dreiländereck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden auf. In den 1980er Jahren lebte er mit seinen Eltern und drei Geschwistern für fünf Jahre in Alexandria/Ägypten. Dieses Leben in verschiedenen Kulturen prägte seine Wahrnehmung und Mentalität. Schiffer arbeitet seit 2002 als freiberuflicher Mediendesigner. Daneben kämpft er politisch für Menschenrechte, Netzpolitik, Partizipation und neue Formen der Demokratie. Er war drei Jahre Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Piratenpartei, ein Jahr stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung der internationalen Piratenparteien und von August 2016 bis Oktober 2017 Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland. Anfang 2018 trat Schiffer aus der Piratenpartei aus und wurde Mitglied von Bündnis 90 / Die Grünen.
13:30 Uhr Strukturierte Online-Beteiligungsverfahren beim Bündnis Grundeinkommen (BGE): Politischer Aktivismus versus und Mitbestimmung

  • Mit Marcel Merle.
  • Das Bündnis Grundeinkommen ist eine Ein-Thema-Partei. Sie wurde gegründet, um Menschen zu ermöglichen, trotz des Fehlens des Werkzeuges der bundesweiten Volksabstimmung ihr Wahlkreuz ausdrücklich einem konkreten Thema zu schenken: Dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Dementsprechend kurz ist das Parteiprogramm. Deshalb könnte erstaunen, dass Mitbestimmung innerhalb des Bündnis’ Grundeinkommen zu einem Streitthema wurde. Doch führen bekanntlich viele Wege nach Rom — und welcher davon ist der richtige? Wer entscheidet darüber? Wofür gibt das Bündnis sein (bislang sehr knappes) Budget aus?
    Es geht also vorwiegend um strategische bzw. operative Fragen des – im weitesten Sinne – Kampagnen-Managements im Rahmen eines politischen Aktivismus und nicht etwa um Fragen politischen Inhalts. Um zu verstehen, wie die Engagierten im Bündnis Grundeinkommen diesbezüglich denken, wurde unter anderem zum Thema Mitbestimmung / Beteiligung unter den Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage und die entsprechenden Schlussfolgerungen sowie die daraus abgeleiteten Prozesse in Sachen Mitbestimmung im Bündnis Grundeinkommen sind Kern dieses Beitrags.
  • Marcel Merle ist Gründungsmitglied des Bündnis’ Grundeinkommen und hat den Aufbau und die Gründung des Landesverbandes Berlin organisiert. Seitdem ist er dessen Schatzmeister sowie in vielen bundesweiten Arbeitsgruppen / Projekten tätig und teilweise verantwortlich. Merle initiierte das Projekt zum Re-Design der internen Kommunikation sowie der Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungs-Prozesse im Bündnis Grundeinkommen, einschließlich der zugehörigen Software-Lösung(en). Dieses noch laufende Projekt ist die Grundlage für seinen Beitrag.
    Obwohl Merle sich seit nunmehr 10 Jahren für die Idee des Grundeinkommens begeistert, ist das Bündnis Grundeinkommen sein erstes politisches Engagement. Sein berufliches Betätigungsfeld ist die Konzeption, Weiterentwicklung und Revision kaufmännischer Geschäftsprozesse sowie der zugrundeliegenden IT-Verfahren.
Strukturierte Online-Beteiligungsverfahren bei Glitzerkollektiv.de

  • Glitzerkollektiv.de ist die erste Bundespartei mit einer ständigen Online-Mitgliederversammlung, die verbindliche Beschlüsse zu Sachanträgen so fasst, dass diese nicht nochmals von Präsenz-Mitgliederversammlungen formal nachvollzogen werden müssen.
    In der ständigen Online-Mitgliederversammlung setzt Glitzerkollektiv.de das Delegationverfahren der Fließenden Demokratie (Liquid Democracy) ein, während bei Präsenz-Mitgliederversammlungen aus Gründen der praktischen Durchführbarkeit eine eingeschränkte Variante zum Einsatz kommt, die auch viele Genossenschaften und Vereine nutzen (Proxy Voting).
    Die Abstimmungen in der ständigen Online-Mitgliederversammlung von Glitzerkollektiv.de werden grundsätzlich allgemein öffentlich durchgeführt (sog. Publizitäts-Grundsatz). Im Unterschied dazu finden geheime Abstimmungen ebenso wie (die ohnehin immer geheimen) Wahlen, Aufstellungsversammlungen und Beschlussfassungen über die Entlastung von Vorstandsmitgliedern grundsätzlich offline statt, um das Wahlcomputer-Problem zu vermeiden.
    Seit der Eröffnung der ständigen Online-Mitgliederversammlung von Glitzerkollektiv.de am 16. August 2015 wurden rund 1.100 Initiativen behandelt: Im Mittel wird alle knapp 37 Stunden ein neues Thema gestartet und alle rund 20 Stunden in diesen Themen eine neue Initiative eingebracht.
  • Aspekte: Wer wir sind und woher wir kommen. / Vom Glück, mitzureden. / Vom Glück, nicht mitzureden. / Abstimmung oder Wahl? / Der Parteitags-Vorbehalt, oder: Ständige Online-Mitgliederversammlung statt Mitglieder-Entscheid von Vorstands Gnaden. / Regelfall der asynchronen Zusammenarbeit — Vorrang der Online-Mitgliederversammlung. / Bleibender Stellenwert der persönlichen Begegnung. / Nein sagen zu Proxy-Fraktionen, oder: Eine Partei ist kein Volksentscheid. / The barriers they are a changin. / Kultur der Schriftlichkeit. / Geek Social Fallacies, oder: Dort, wo zwischen den Zeilen der Bildschirm weiß ist, steht wirklich nichts. / Unterstrukturierung — Überstrukturierung. / Antrags-Ethik, Delegations-Ethik, Abstimmungs-Ethik. / Operatives Veto, oder: Never treat the postboy wrong. / Didaktik von Abstimmungsverfahren. / Publizitätsgrundsatz zum Ersten, oder: Sharing is Caring. / Publizitäts-Grundsatz zum Zweiten, oder: Konsensieren, nur ohne Konsens. / Publizitätsgrundsatz zum Dritten, oder: Mit dem Gesicht zu allen Menschen, in deren Namen wir handeln. / Publizitätsgrundsatz zum Vierten, oder: Von der Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes zur Übernahme politischer Veranwortung. / Publizitätsgrundsatz zum Fünften: Das Wahlcomputerproblem. / Macht-Faktoren — Selbstermächtigungs-Faktoren. / Austrittsfiktion bei Widerruf der Zustimmung zur Veröffentlichung von Abstimmungsdaten. / Zielkonflikt Fachlichkeit und leichter Zugang. / Eilkompetenz, oder: Eine politische Mitgliederversammlung braucht einen politischen Vorstand. / Auswirkungen auf das Verhältnis von Partei und Fraktion. / Fließende Demokratie ist keine Rätedemokratie. / Beteiligungs-Incentive. / Solidarfonds. / Erfahrungen mit der öffentlichen Verwaltung beim Thema ständige Online-Mitgliederversammlung: Wahlleiter:innen; Finanzverwaltung; gesetzliche Unfallversicherung für »Ehrenämter« in Parteien; Sozialverwaltung auf Abwegen. / Was sollen wir nur ohne eine Parteitags-Liturgie für Farbbeutel-Würfe machen?
14:30 Uhr Wieso der ›Virtuelle Parteitag‹ bei Bündnis 90 / Die Grünen in Baden-Württemberg ein einmaliges Ereignis geblieben ist

  • Mit Till Westermayer.
  • Folien zum Beitrag auf Slideshare.
  • Im Herbst des Jahres 2000 fand unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit der erste ›Virtuelle Parteitag‹ des baden-württembergischen Landesverbands von Bündnis 90 / Die Grünen statt. In seinen Strukturen war dieser an den Landesausschuss (§ 9 der Satzung von Bündnis 90 / Die Grünen Baden-Württemberg) angelehnt – es gab thematische Diskussionsforen, und Abstimmungen, an denen 100 Delegierte der Kreisverbände im Bundesland teilnehmen konnten. Ziel war, zu einer Positionierung zum damals heißen Thema ›Ladenöffnungszeiten‹ zu finden. Der Virtuelle Parteitag wurde danach in der Satzung des Landesverbandes verankert (§ 10), fand seitdem aber nicht mehr statt.
    Der Betreig stellt den Virtuellen Parteitag kurz vor und dazu einige Überlegungen in den Raum, warum er ein einmaliges Ereignis geblieben ist, warum statt dessen andere Wege der Online-Beteiligung bei Bündnis 90 / Die Grünen beschritten wurden, und welche Schlüsse daraus zu elektronischen Entscheidungs- und Beteiligungsformaten innerhalb von Parteien allgemein gezogen werden können?
  • Der Soziologe Till Westermayer ist Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule, Technologiepolitik bei Bündnis 90 / Die Grünen. In seiner Magisterarbeit untersuchte er den im Jahr 2000 stattfindenden Virtuellen Parteitag des baden-württembergischen Landesverbandes dieser Partei. Nach Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg berät er seit 2011 die grüne Landtagsfraktion Baden-Württemberg zu Wissenschaft, Forschung, Kunst, Medien und Digitalisierung.
Pause anschließend Schlussrunde
Das Projekt Licracy

  • Mit Mick Sangiacomo.
  • Licracy ist die Vision eines »Liquid Bundestag«, indem die Stimmberechtigten sich selbst vertreten: Online, virtuell und als Beta-Test zum heutigen Bundestag.
    In Licracy sehen wir die Abstimmungen und Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag. Wir stimmen selber ab oder delegieren unsere Stimmen an Parteien, Abgeordnete und/oder andere Bürger*innen.
    Wie würden wir als Stimmberechtigte entscheiden? Wie sähen aktuell die Mehrheiten im Bundestag aus? Welche Partei passt am Besten zu unseren Enscheidungen?
    Um wirklich repräsentative Ergebnisse zu erhalten und qualifizierte Aussagen zu treffen, wollen wir nicht nur jene berücksichtigen, die Licracy nutzen, sondern alle Bürger*innen. Das schaffen wir, indem wir die Bundestagswahl vom 24. September 2017 als erstes Delegieren innerhalb einer Liquid Democracy betrachten: 709 Stimmen sitzen im Bundestag und vertreten jeweils ca. 62.000 Stimmen der Stimmberechtigten. Wer Licracy nicht nutzt, findet sich in der Bundestagswahl wieder. Wer Licracy nutzt, kann in Zukunft selbst abstimmen oder die Stimme neu delegieren.
    In weiteren Schritten soll Licracy als universelles Liquid-Democracy-Tool ausgebaut werden, einerseits für weitere parlamentarische Ebenen und andererseits für eigene Gruppen: Sei es ein Verein, eine Partei oder eine NGO.
  • Mick Sangiacomo und das Licracy-Team sind von den Prinzipien der Liquid Democracy überzeugt und möchten sie mit Licracy für ein breiteres Publikum greifbar machen. Sangiacomo ist Initiator von Licracy und nach einigen Jahren in der Architektur heute in der Webentwicklung tätig.
16:00 Uhr
Kommunale Online-Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg

  • Mit Reinhard Maximilian Langer und Lucas Osterauer.
    • Dieser Beitrag musste krankheitsbedingt leider ausfallen.
  • Der Beitrag stellt den Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. vor und berichtet von den Erfahrungen im Umgang mit Online-Medien bei den Jugendgemeinderäten in Filderstadt und Schwäbisch Gmünd. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Chancen der Jugendbeteiligung in den Jugendgemeinderäten in Baden-Württemberg und deren Schnittstellen mit den Jugendgemeinderäten, denen die Autoren selbst angehören. Zum Schluss beleuchtet der Beitrag die Unabdingbarkeit der Jugendgremien in der Kommunalpolitik.
  • Reinhard Langer ist 1. Vorsitzender des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V.. Er wurde 1999 in Filderstadt (Baden-Württemberg) geboren und lebt heute in Schwäbisch Gmünd.
    Seit Oktober 2017 studiert Langer Rechtswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Bereits seit Ende 2014 ist er parteipolitisch engagiert und übernimmt die in diesem Bereich üblichen Aufgaben als Beisitzer, Presse-, Finanz- und Medienbeauftragter oder Vorsitzende des jeweiligen Gebietsverbandes.
    Als Mitglied des Jugendgemeinderates Schwäbisch Gmünd gehört Langer einem Jugendgemeinderat an, der sich schon seit langem mit Online-Wahlen befasst und bereits eine Wahl zum Jugendgemeinderat online durchgeführt hat. Deshalb kennt er Vor- und Nachteile, die diese Art der Wahldurchführung mit sich bringt.
    Im Januar 2018 wurde Reinhard Langer zum Vorsitzenden des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg gewählt. Den Fokus seiner Arbeit möchte er im kommenden Geschäftsjahr legen auf die Verknüpfung der Jugendgemeinderäte im Bundesland, den Ausbau des Netzwerkes auf Bundesebene und auf die Förderung der Gründung neuer Jugendgremien.
  • Lucas Osterauer gehört dem Vorstand des Dachverbandes als Beirat an. Er wurde im Jahr 2000 in Berlin geboren. Heute wohnt er im schwäbischen Filderstadt bei Stuttgart.
    Osterauer absolviert derzeit eine Ausbildung zum Mechatroniker für Automatisierungstechnik. Daneben engagiert er sich seit 2016 in der Kommunalpolitik und ist Mitglied des Jugendgemeinderates Filderstadt. Dessen Vorsitz wurde ihm Anfang 2018 übertragen.
    Im Jugendgemeinerat setzt sich Lucas Osterauer besonders für die Anliegen der Digitalisierung und deren Umsetzung ein. Dazu gehört auch die Versorgung mit einem flächendeckenden und kostenlosen WLAN in den Ortskernen und die Errichtung einer FabLab.
    Um Jugendlichen überregional Politik und Chancen der Digitalisierung näher zu bringen, engagiert sich Osterauer seit Ende Januar 2018 als Pressesprecher und Beirat für Öffentlichkeitsarbeit im Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V..
    Als einer der Verantwortlichen für die Regionalbetreuung hält er engen Kontakt zu den Jugendgemeinderäten in seinem Regionalbereich des Dachverbandes. Dadurch ergeben sich viele Eindrücke aus den kommunalen Jugendgremien. Bei Problemen und Fragen steht Osterauer den Jugendgemeinderäten mit dem Know-how des Dachverbandes und seinem eigenen zur Verfügung.
17:00 Uhr
Pause anschließend
  • Get-Together
  • Impuls und Arbeitsgruppe zu einem Anforderungsprofil für ein organisations-übergreifend eingesetzes IT-Verfahren zur Online-Deliberation und verbindlichen Online-Beschlussfassung.
    • Beispiele: Die eingesetzten IT-Verfahren müssen nicht nur automatisiert miteinander koppelbar sein, damit Antrags- und Abstimmungsdaten von einem System in ein anderes übernommen werden können (z.Bsp. bei Mitgliedschaft einer Partei mit Online-Mitgliederversammlung in einem Verein, einer Genossenschaft oder einem Versicherungsverein mit Online-Mitgliederversammlung), sondern sie müssen auch Sitzungsinformationen und andere Daten der öffentlichen Verwaltung übernehmen und eigene Sitzungsinformationen bereitstellen können.
    • Glitzerkollektiv.de hat sich im Rahmen der #GlitzerCon17 (einem Kongress zur politischen Arbeit und Bildung) mit diesen Themen befasst und steuert ein Anforderungsprofil als Impuls zur Arbeitsgruppe bei.
19:00 Uhr

Hinweis zur Diversität

Als Veranstalterin erreichen wir bei der #eVoteCon18 noch nicht das Maß an Diversität der Beitragenden, das wir uns selbst zum Ziel gesetzt haben.

Dieses Problem ist uns bewusst. Sein Zustandekommen erklären wir uns mit der verhältnismäßig kurzen Vorbereitungszeit des Kongresses im Jahr 2018, ohne uns der Verantwortung für eine größere Diversität der Beitragenden damit entledigen zu wollen.

Wegen der Gespräche, die wir bei der Vorbereitung der #eVoteCon18 geführt haben, sind wir zuversichtlich, dass wir im Jahr 2020 das Ziel größerer Diversität der Beitragenden besser erreichen werden.